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Die Technik


Daß und wie der Flachdruck tatsächlich funktioniert, kann sich kaum jemand vorstellen, der nur auf eine Beschreibung angewiesen ist. Die mechanischen, auf einem Relief beruhenden Verfahren Hoch- und Tiefdruck erscheinen durchaus verständlich. Flachdruck dagegen muß man gesehen haben, wie die Vorführungen  immer wieder zeigen. Auch der Versuch, den alchemistisch erscheinenden Prozeß des Präparierens zu beschreiben, scheitert meist kläglich , so daß er mehr Verwirrung stiftet als Aufklärung.Trotzdem & der Vollständigkeit halber :Werdegang des Steindrucks allgemein Der Solnhofener Plattenkalk, der weltweit einzige verwendbare Stein, zeichnet sich durch eine besondere Kombination von Eigenschaften aus: Die zum Druck verwendbaren Qualitäten sind mikroporös, völlig homogen, hart , druckfest und chemisch angreifbar.Zuerst wird der Stein geschliffen, um die alte Zeichnung vollständig zu entfernen.Dabei werden etwa 1/10 bis 2/10 mm abgetragen. Die Oberfläche wird meist nicht ganz glatt geschliffen; vor allem für Kreidelithographie ist eine gewisse Rauheit , das Korn notwendig. Nun kann die Lithographie mit speziellem, fetthaltigem Zeichenmaterial auf den Stein gebracht werden. Hauptmittel sind lithographische Kreide oder Tusche, es gibt aber noch eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten auf den Stein zu zeichnen. Korrekturen sind sehr einfach durchführbar mittels verschiedenen Schabern, Schleifpapier etc., die behandelten Stellen können auch wieder überzeichnet werden. Nun kommt der „alchemistische“ Teil: Die Präparation. Der lithographierte Stein kann so noch nicht gedruckt werden - das Fett des Zeichenmaterials ist zwar in die Poren des Steins eingedrungen und wird später die Druckfarbe annehmen. Das Problem sind die Stellen dazwischen, die im Druckweiß bleiben sollen. Sie würden, auch gefeuchtet, sehr schnell die Druckfarbe annehmen, auch würde sich das Fett durch den Pressendruck langsam ausbreiten- Ergebnis wäre eine schwarze Fläche.D.h.,es ist eine Art Fixierung notwendig, damit die Lithographie so bleibt bzw.wird, wie sie soll. Das Mittel dazu ist Gummi arabicum, ein wasserlösliches Harz tropischer Akazien. ( Es hat nichts mit dem landläufigen Begriff „Gummi“ zu tun.) Bei der Präparation wird dieses Gummi arabicum in den noch offenen Poren desSteines verankert und verhindert, daß der Stein da Farbe annimmt, wo er nicht soll.Dies ist, sehr stark vereinfacht, das Geheimnis der Präparation- der ganze Prozeß ist leider wesentlich komplizierter. Er läuft nicht standardisiert ab, sondern muß dem verwendeten Zeichenmaterial, dem Charakter der Lithographie, dem Stein, der Druckfarbe u.v.m. angepasst werden. Dazu findet der entscheidende Teil weitgehend im Verborgenen statt. Zu seiner Beherrschung ist sehr viel Erfahrung notwendig, die nicht in einem Wochenendkurs erlangt werden kann.